28. November 2018

Workshop “Landwirtschaftliche Bodenmarktpolitik in Thüringen”

Die Boden- und Pachtpreise in Deutschland steigen und die Flächenkonzentration nimmt zu. Thüringen hat deutschlandweit noch die niedrigsten Bodenpreise. Dennoch war es notwendig, sich in dem Workshop sachlich mit dem Thema Bodenmarkt auseinanderzusetzen und die Ursachen für den Preisanstieg zu analysieren und politische Handlungsoptionen zu diskutieren.

Landwirtschaftliche Bodenmarktpolitik und das Bodenrecht zum Grundstück- und Landpachtverkehr stehen gegenwärtig stark im Fokus gesellschaftlicher Diskussionen. Als Hauptursache für die steigenden Boden- und Pachtpreise gilt das wachsende Interesse von Nichtlandwirten am landwirtschaftlichen Grund und Boden. Das Gefährdungspotenzial der Entwicklungen für die Agrarstrukturen wird sehr unterschiedlich bewertet.

Die Landwirtschaft ist ein wesentlicher Stabilitätsanker im ländlichen Raum und braucht deshalb zukunftsfähige Strukturen. Grund und Boden ist nicht vermehrbar. Es die Aufgabe der landwirtschaftlichen Bodenmarktpolitik, den Landwirten den Grund und Boden als ihren wichtigsten Produktionsfaktor zu sichern.

Ein starkes einheitliches Bodenrecht wäre ein Schlüssel, um leistungsfähige Agrarstrukturen zu erhalten und weiter zu entwickeln sowie den Anforderungen der Globalisierung gerecht zu werden.

Im bundesweiten Vergleich hat Thüringen die niedrigsten Preise und einen stabilen Bodenmarkt. Der durchschnittliche Kaufpreis je Hektar lag 2016 in Thüringen bei 9.684 Euro, in den ostdeutschen Ländern bei 13.811 Euro, deutschlandweit bei 22.310 Euro und in den alten Bundesländern bei 32.503 Euro. Regional differenziert werden auch in Thüringen Spitzenpreise wie in den Altbundesländern gezahlt und Tendenzen zu Flächenkonzentrationen beobachtet.

Die eingeladenen Agrar- und Rechtsexperten vermittelten in ihren Vorträgen den aktuellen Sachstand zum Thema und zeigten mögliche Handlungsoptionen auf. Die anschließende Podiumsdiskussion war sehr emotional und wurde von starken Argumenten der Teilnehmer getragen, wobei die Diskussion stets sachlich und konstruktiv geführt wurde. Es nahmen Agrar- und Rechtsexperten, Landwirte und Vertreter der Berufsverbände, Landtagsabgeordnete, Angehörige der Agrarverwaltung Thüringens sowie der Thüringer Landgesellschaft teil. Organisiert und durchgeführt wurde die Veranstaltung von der Akademie Ländlicher Raum in Kooperation mit dem Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft.